Theater Freiburg
Hamlet
Hamlet
Wenn die Tiefen fehlen greift man nach den Hoehen...
Applaus...Applaus...Ich habe es nicht verstanden...sitze seit 120 Minuten neben einer Schulklasse und teile die fragenden Blicke. Frage mich ob die zwei Personen die mitten im Stueck gingen an einem besseren Ort angekommen sind. Aus den blossen Beschreibungen der sensorischen Reize sind erinnerbare Erfahrungen geworden. Es war laut und schrill.
Urs Peter Halter spielte nicht nur seine Rollen sondern auch mit dem Publikum als waere er der Gastgeber des Abends mit dem Beduerfnis, das alle sich willkommen und zugleich bestens unterhalten fuehlten.
Hale Richter wirkte wie das liebevolle Maskottchen des Stuecks, das das Publikum mit feinem Gespuer gezielt zum Lachen und Staunen brachte.
Hamlet, Nadine Geyersbach, wirkte wie ein leerer Charakter und es machte den Eindruck, dass diese Leere mit Lautheit gefuellt werden sollte. Keine Tiefe, aber viele akustische Hoehen und woertliche Jump Scares, die direkt albern kommentiert wurden, wie von einer Comicfigur: „Die stand gestern noch nicht da!“... fuer mich war das alles nicht greifbar.
Emma Petzet wirkte, als sei die Inspiration aus den Fack ju Goehte-Filmen entsprungen – ein Stilbruch durch bewusst plump gesetzte Saetze und Handlungen, getragen von einem inszenierten Klassenkonflikt, der jedoch laengst mehr als vertraut erscheint und dadurch wenig ueberrascht.
Fast das gesamte Theater wurde zur Buehne und die fallende Wand war ein ueberraschender Hoehepunkt der Inszenierung.
Was bleibt, ist der Ohrwurm Wonderwall und ein unvergesslicher Hueftschwung im roten Kleid.